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Neues Museum über die Brüder Grimm in Kassel
Von Timo Lindemann, 12.01.2012
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Das Brüder-Grimm-Museum in Kassel. Das 18 Millionen Euro teure Haus soll 2013 fertig sein. Foto: dpaDas Brüder-Grimm-Museum in Kassel. Das 18 Millionen Euro teure Haus soll 2013 fertig sein. Foto: dpa
Wer Märchen kennt, kennt die Brüder Grimm. Viele Jahre haben die beiden in Kassel gelebt. Dort soll nun das Museum über die berühmten Geschwister neu gebaut werden. Planen soll das ein Kasseler Architekt.

Kassel. Kassel will sich noch stärker als Märchenstadt positionieren - in der nordhessischen Stadt entsteht ein neues Museum über die Sprachforscher und Märchensammler Brüder Grimm. Die Stadt erhofft sich davon eine Vervierfachung der bisherigen Besucherzahlen des Museums, wie Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des Siegerentwurfs im Architekturwettbewerb sagte. Jährlich kamen bislang rund 25 000 bis 30 000 Menschen.

Der rund 18 Millionen Euro teure Neubau sei ein zentraler Baustein der neuen Grimm-Welt, betonte Hilgen. Weiterer Schwerpunkt soll die Torwache werden. In dem Haus, in dem derzeit noch der Hessische Verwaltungsgerichtshof beheimatet ist, haben die Grimms zeitweise gewohnt. Sie lebten und arbeiteten mit Unterbrechungen von 1798 bis 1841 in Kassel.

Bisher ist das Brüder Grimm-Museum im Palais Bellevue untergebracht, das gerade erst saniert wurde und in wenigen Tagen wiedereröffnet wird. Warum braucht Kassel also überhaupt ein neues Grimm-Museum? "Das Thema Grimm ist in Kassel deutlich ausbaufähig. Die Grimms haben über 30 Jahre in Kassel gelebt und zentrale Werke hier erstellt. Das alte Museum bietet nicht den Platz, um das in angemessener Weise darzustellen", sagte Hilgen. Die neue Ausstellung werde künstlerisch geprägt und multimedial. Zudem sollen die Besucherzahlen von rund 25 000 bis 30 000 pro Jahr vor der Sanierung auf etwa 100 000 gesteigert werden. "Das lässt sich im Palais Bellevue nicht realisieren."

Der Neubau ist der Stadt und dem Land Hessen nach derzeitigen Planungen rund 18,2 Millionen Euro wert. Sechs Millionen Euro stammen aus EU-Mitteln, zwei weitere Millionen schießt das Land für die Ausrichtung des Hessentags in Kassel 2013 dazu. Beantragt sind außerdem rund 600 000 Euro beim Bundes-Kulturministerium, und 250 000 sollen vom Landkreis Kassel kommen. Den Rest in Höhe von 9,4 Millionen trägt die Stadt Kassel. "Ziel ist es, im Kostenrahmen zu bleiben. Wir sind nicht Hamburg", sagte Hilgen mit Blick auf die in der Hansestadt ausufernden Kostensteigerungen beim Bau der Elbphilharmonie.

Den europaweit ausgeschriebenen Wettbewerb gewann übrigens ausgerechnet ein Kasseler Architekt: Tore Pape. "Ich freue mich sehr, beim Heimspiel vorne zu landen", sagte Pape. Allerdings ist noch nicht sicher, ob sein Entwurf auch wirklich gebaut wird. Dies entscheidet die Stadtverordnetenversammlung. Hilgen betonte, er gehe davon aus, dass sich der Siegerentwurf durchsetze.

Wenn es Papes Entwurf wird, wird die Grimm-Welt ein Kubus, der so gar nichts gemein hat mit dem Märchenhaften, für das die Brüder weltberühmt wurden. Das sei so gewollt, sagte der Vorsitzende der Preisjury, der Wiener Architekt András Palffy. "Märchen soll man lesen. Architektur hat nicht den Kulturauftrag, Märchenbilder zu produzieren. Diese Bilder verbrauchen sich schneller als ein Gebäude steht." Außerdem seien die Grimms viel mehr als nur Märchen.

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